Srubar, Ilja Exil, Wissenschaft, Identität

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Kultur der Verantwortung Verantwortung der Kultur
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Die Krisenhaftigkeit der jüngeren und jüngsten Zeit ist unübersehbar. Von daher ist auch das verstärkte Bemühen um Verantwortung in Politik und Gesellschaft zu verstehen. Verantwortliches Handeln ist dabei keineswegs unpopulär. Aber es zeigt sich auch, dass es sich in alltagsmoralischen Überzeugungen nicht von alleine durchsetzt, oder in sein Gegenteil verkehrt wird, wenn es bspw. Von Marketingstrategien des "green-washing" vereinnahmt wird. Die mit einem Geleitwort von Frau Rita Süssmuth versehenen fünf Vorlesungen der Studium Universale-Ringvorlesung "Kultur der Verantwortung - Verantwortung der Kultur" der Heinrich-Heine-Universität dis-kutieren deshalb auf 120 Seiten einmal die Herkunft und die Widersprüchlickkeit des Verantwortungsprinzips, aber auch die Chancen einer "neuen Ära der Verantwor-tung" (Ludger Heidbrink). In einer zweiten Vorlesung werden Gründe dafür genannt, warum es auch ethisch vertretbar sein kann, Wirtschaftsunternehmen in Teilen von einer generellen Verpflichtung zur globalen Verantwortung zu entbinden (Michael Baurmann). Dem Zusammenhang von Verantwortung und Kultur gehen an den Beispielen des Intellektuellen und der Avantgardekunst zwei weitere Vorlesungen nach. Während der Intellektuelle in der heute stark medialisierten Öffentlichkeit seine traditionelle Funktion als Kritiker staatlicher und ökonomischer Machtverhältnisse zuneh-mend verliert (Bernd Witte), scheint diese Rolle von den aktivistischen Kunstpraktiken der Avantgarde und der ihr entsprechenden Museumskultur aufgegriffen worden zu sein (Lutz Hieber). Mit der abschließenden Vorlesung wird der Blick auf eine außereuropäische Gesellschaft und Kultur geworfen und gezeigt, wie die offizielle Innen- und Außen-Politik Chinas einer "harmonischen Gesellschaft und einer harmonischen Welt" sich zwar auf eine konfuzianische Tradition beruft, in der Alltagswirklichkeit diese aber immer wieder wegen tief sitzender Ängste vor einem Zerfall des Riesenreichs unterläuft (Carmen Meinert).
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Der Frage, wer oder was ein Autor ist, liegen je verschiedene Denkungsarten des Schöpferischen zugrunde, die bis in die Gegenwart hinein Gegenstand einer lebendig und kontrovers geführten Diskussion sind. Indem das Buch der Auseinandersetzung nachgeht, auf welche Weise der literarische Autor in seiner Wesenheit gedacht werden kann, umreißt es die wirkungsmächtigsten Modelle von Autorschaft in ihren sowohl konkurrierenden als auch miteinander verschränkten Typologien. Als wesentlich erweist sich dabei das herausgestellte Verhältnis des jeweiligen Modells zum Moment der Bildung. Provoziert durch die Frage "Ist literarisches Schreiben lehrbar?", wird der Bogen hin zu den modularisierten Studiengängen einer akademischen Autorenausbildung gespannt, wie sie etwa am Deutschen Literaturinstitut Leipzig angeboten wird. Eine zu verzeichnende Rationalisierung in Bezug auf literarische Schaffensprozesse sowie die "Säkularisierung" des Kreativen konnten dabei als die institutionelle Autorenausbildung befördernde Tendenzen herausgearbeitet werden. Indem u. a. George Steiner ebendies als Verlust an Verantwortung begreift, zeigt sich, dass die gegenwärtige Diskussion mit einer ethischen Dimension unterlegt wie auch das Moment der Uneinholbarkeit des Schöpferischen formuliert und anerkannt wird. Die Autorin: Alexandra Grüttner-Wilke studierte Germanistische Literaturwissenschaft, Philosophie und Erziehungswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Als Stipendiatin der Robert-Bosch-Stiftung verbrachte sie 2008 einen Lehraufenthalt in Swidnik / Polen und arbeitete anschließend als Lehrkraft des theoretischen Unterrichts an der HOGA Schloss Albrechtsburg. Sie ist Mitglied in der "Arbeitsgemeinschaft Religionsphilosophie Dresden e.V.".
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